Spreitenbacher Bundesfeier wegen Gewaltdrohungen ohne Festredner

Wegen angedrohten Störaktionen und der Androhung von Gewalt findet die Bundesfeier nun ohne den eingeladenen Festredner Roger Köppel statt. Aufgrund der Entwicklung der letzten Tage sah der Gemeinderat die Sicherheit sowohl für die Besucher wie auch für den Festredner gefährdet. Dieser Entscheid fiel dem Gemeinderat nicht leicht und wird ausserordentlich bedauert. 

Der Gemeinderat Spreitenbach hat sich letztes Jahr bewusst für die Einladung von Roger Köppel als Festredner an der Bundesfeier entschieden. Auch in Kenntnis, dass er als Person des öffentlichen Interesses stark im Fokus steht und dass er teilweise auch polarisiert. 

Letzten Freitag traf nun aber bei der Gemeinde ein Schreiben mit konkreten Gewaltdrohungen ein. Auch wenn dieses Schreiben anonym verfasst war, musste die Situation neu beurteilt werden. Zusammen mit Regional- und Kantonspolizei wurden sämtliche Optionen eingehend analysiert und besprochen So stand auch die Ausarbeitung eines umfassenden Sicherheitsdispositivs zur Diskussion. Dies, um den Schutz der Bevölkerung aber auch des Festredners zu gewährleisten. Aufgrund des offenen Platzes vor dem Gemeindehaus hätte aber der Gemeinderat den gewünschten Schutz trotz Massnahmen nicht erreichen können. Und ein Lokalitätswechsel kam für den Gemeinderat nicht in Frage. 

Der Gemeinderat wollte mit der Einladung von Roger Köppel das grosse Spektrum aller politischen Meinungen würdigen. In Spreitenbach ist es Tradition, dass Festredner am Nationalfeiertag von unterschiedlichster Couleur eingeladen werden. Letztes Jahr war es Sandro Brotz und dieses Jahr hätte es Roger Köppel sein sollen.

Roger Köppel polarisierte aber so stark, dass dabei einige selbst vor Androhung von Gewalt gegen den Festredner und den Gemeinderat nicht mehr zurückschrecken. Dies hätte der Gemeinderat nicht gedacht. Es gehörte in den Augen des Gemeinderates zur politischen Meinungsfindung, dass in den letzten Tagen Befürworter wie auch Gegner zu Wort kommen konnten. Der Gemeinderat war überzeugt, dass die Spreitenbacher am Schluss so tolerant wären, auch andere Meinungen zuzulassen und sich vielleicht ein eigenes Bild vor Ortmachen würden. So war er voller Zuversicht, die morgige Feier mit dem Gastredner Roger Köppel durchzuführen. 

Der Gemeinderat verurteilt in aller Form das Drohschreiben. Anonyme Schreiben sind feige und stehen im totalen Wiederspruch zu den Werten, die wir am Nationalfeiertag feiern. Ist dies die neue Schweiz, wo mit anonymen Drohungen und Aufrufen zu Verbrechen und Gewalttätigkeit alles Unerwünschte unterdrückt werden kann? Aus diesem Grund hat der Gemeinderat auch Anzeige gegen Unbekannt eingereicht und das Schreiben der Polizei übergeben.

Der Gemeinderat dankt Roger Köppel einerseits für die Zusage und für sein Verständnis zum Entscheid des Gemeinderats mit der Bereitschaft, nicht aufzutreten und hofft auf viele Besucher und dankt schon heute allen Helfern.

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