Jörg Meier ist einem breiten Publikum durch seine Kolumnen Meiereien bekannt, die regelmässig in Tageszeitungen
erscheinen. Über 2’000 Folgen hat er bereits veröffentlicht. Wenn eine Kolumne mit dem Satz „Frau Lüscher hat wieder angerufen.“
beginnt, wissen die Leserinnen und Leser längst: Meiers Texte haben Kultstatus.
Anfang Jahr ist sein Buch Solo für Bottlang erschienen, aus dem er verschiedene Passagen vorlas. Erzählt wird die Geschichte von
zwei Männern, die gezwungen sind, eine Nacht in einer engen Seilbahnkabine zu verbringen – durchgeschüttelt vom
stürmischen Föhn und geplagt von Ängsten und Nöten. Eigentlich wollten sie von der Alp ins Tal fahren, doch die Seilbahn
mit den legendären Niederberger Schiffli kam zum Stillstand.
Alleinunterhalter Fredi Rüegg und Lokaljournalist Bongo Bottlang müssen die Nacht gemeinsam überstehen. Um Bottlang mit
seiner Platzangst zu beruhigen, erzählt Rüegg Geschichten – nicht wissend, dass eine davon beide schicksalhaft miteinander verbindet.
Im Rahmen der Lesung gab Meier zudem Einblicke in seine Arbeitsweise. Am Anfang jeder Geschichte stehen für ihn
gründliche Recherchen. Entscheidend sei jedoch, den richtigen Zeitpunkt zu finden, die Recherche abzuschliessen und mit dem
Schreiben zu beginnen – damit aus dem Roman kein Faktenbuch wird. Mit Solo für Bottlang ist ihm dies überzeugend gelungen.
